Ausdrucksstark, formstark, charakterstark – so präsentiert die Marke Bretz seit vielen Jahrzehnten ihre eigenwilligen Möbeldesigns. Das Deutsche Familienunternehmen, welches 1895 gegründet wurde, blickt auf eine bald 125-jährige Firmengeschichte zurück und beweist damit eindrücklich, dass sich Charakterstärke durchaus vererben lässt.

Mit Johann Bretz, der als sechstes Kind einer Bauernfamilie in Gensingen bei Mainz auf dem Land aufwuchs, begann die damals ungeahnte Erfolgsgeschichte der Marke Bretz. Als Geselle fasste er den Entschluss, sich auf die Produktion von Matratzen zu konzentrieren. Später war es sein ältester Sohn Alexander Bretz, der das Angebot auf Polstermöbel erweiterte und mit viel Fleiß und Leidenschaft weiterverfolgte. Das Unternehmen hatte zu Beginn des 2. Weltkriegs bereits 100 Mitarbeiter. Doch der Krieg forderte seinen Tribut. Luftangriffe zerstörten die gesamte Firma mit all ihren Produktionsstätten und Maschinen. Nur sein großes Unternehmerherz und Ehrgeiz waren dem Visionär Alexander Bretz geblieben. Mit viel Mut, Kraft und der Unterstützung seiner drei Kinder baute er die Firma Bretz wieder auf. Und nicht nur das – gemeinsam entwickelten sie Bretz zum größten Arbeitgeber in der Region.

Aufgeben liegt nicht in der Familie
In den 80iger Jahren kam die Wirtschaftskrise und wieder einmal musste das Familienunternehmen schwere Rückschläge einstecken und war gefordert, sich komplett neu aufzustellen. Entgegen aller Widerstände begann der willensstarke Karl-Fritz Bretz 1987 gemeinsam mit fünf ehemaligen Mitarbeitern den Wiederaufbau der Firma seines Vaters und Großvaters. Seine Söhne Hartmut und Norbert waren bereits erwachsen und hatten ein BWL-Studium absolviert, doch sie hatten andere Pläne. Nur unter einer Bedingung kamen sie dem Wunsch des Vaters, in das Familienunternehmen einzusteigen, Anfang der 90er-Jahre nach: Er sollte mit dem Rauchen aufhören – was er zähneknirschend tat.

Neue Generation bringt bunten Wind
Nachdem die Brüder Hartmut und Norbert Bretz für ihre neue Tätigkeit im heimischen Unternehmen quer durch Deutschland gereist waren, wurden sie sich schnell einig: die Polstermöbel, die sich ihr Vater vorstellte, entsprachen nicht ihren Vorstellungen von modernen, urbanen Sofas. Der Zeitgeist war inzwischen ein anderer geworden. Somit entwickelten sie kurzerhand ihre eigene Sofa-Kollektion. Mitte der 90er- Jahre kamen dann die ersten schrillen Edel-Hippie-Sofas von Bretz auf den Markt. Sie waren farbenfroh, laut, frech, anders und sehr unkonventionell – und ziemlich erfolgreich. Bretz machte auch in puncto Kundenansprache von sich Reden, denn die Brüder wagten sich auch diesbezüglich in neue Gefilde. In Zusammenarbeit mit einer Kreativ-
agentur starteten sie eine bis dato noch nie dagewesene Werbekampagne mit neuer, bunter und sehr direkter Bild- und Kundenansprache. Diese Anders-
artigkeit wurde am Markt sehr schnell positiv wahrgenommen und mit Aufträgen belohnt. Die Marke Bretz hatte sich somit einen Namen gemacht und eine Marktlücke gesichert.

Alles, nur nicht uniform
Bis heute entsprechen die Polstermöbel von Bretz keiner Norm. Genau das ist die Markenphilosophie der beiden Brüder, deren Leidenschaft es ist, Kreativität auf die Spitze zu treiben. Spielerisch und gnadenlos mutig entwerfen sie mit ihren kreativen Teams immer wieder neue, ungewöhnliche Sitzideen. Schuld daran ist wohl die lange Bretz- Familientradition, in der eine stetige Neuorientierung stets zum erfolgreichen Umbruch geführt hat. Stillstand war nie eine Option im Hause Bretz. So entstehen immer wieder neue, opulente, farbenfrohe Möbelstücke, die jeder Art von Purismus trotzen und nichts mit Minimalismus oder grau-beiger Schlichtheit gemein haben. Zu Recht hat Bretz dafür bereits diverse Design Awards gewonnen, darunter auch den German Brand Award. Denn mit einem Bretz-Sofa erwirbt man nicht nur ein echtes Designerstück, sondern kauft das pralle Leben, so wie es ist: individuell, fantasievoll, mal wild, mal ruhig, aber immer voller neuer Möglichkeiten.
„Oasen der Inspiration und Eigenwilligkeit“ beschreibt Bretz selber seine Produkte. Und wer sich schon einmal beherzt in eine so eigenwillige Oase fallen gelassen hat, der weiß nur zu gut, dass diese Beschreibung ziemlich genau zutrifft.

Made in Germany seit 1895
Überhaupt bleibt man sich treu bei Bretz. Seit der Gründung wird jedes einzelne Unikat im rheinhessischen Gensingen immer noch per Hand produziert. Solide und traditionell wird hier das alte Handwerk gelebt, bei der man höchsten Wert auf Qualität legt. Nur bestens ausgewählte hochwertige Materialien kommen in der Bretz-Manufaktur auf die Werkbänke, denn Qualität ist Ehrensache. Mit einer Selbstverständlichkeit wird hier so lange getestet und verbessert, bis es nichts mehr zu bemängeln gibt. Und wer glaubt, dass man mit solch alter Tradition und Handwerkskunst keine verrückten Möbel bauen kann, der irrt gewaltig. Es ist die Erfahrung, die zählt. Jede noch so extreme Form und jedes andersartige Design kann hier auf höchstem Level realisiert werden. Bei Bretz gibt es keine Massen-Fließbandarbeit und auch keine Lagerware. Jeder Handwerker gibt künstlerisch sein Bestes. So geben sie jedem Produkt von Bretz „True Characters“ ihre ganz persönliche handwerkliche Note. Es kann daher zu Unterschieden in der Polsterung kommen oder zu kleinen Abweichungen in den Maßen oder den optischen Details. Aber genau so ist eben das Kunsthandwerk – genau so ist „handmade with love“.

Nehmen Sie Platz auf Wolke 7
Die Polstergestelle eines jeden Bretz-Sofas sind stabile Holzkonstruktionen, die für eine lange Lebensdauer sorgen. Aber das Herzstück ist immer noch die Polsterung! Eine sehr gute Rückstellkraft, Dauerelastizität und anatomischer Sitzkomfort lauten die hohen Ansprüche, die Bretz sich selbst stellt. Diese Eigenschaften erreicht man durch unterschiedliche Polsteraufbauten, die für jedes

Modell maßangefertigt werden. Als Abdeckung wird schweres Polyestervlies verwendet, welches das Sofa noch stabiler macht. So entstehen, gepaart mit hochwertigen, aufwändigen, meist italienischen Stoffen, echte Traumsofas mit so klangvollen Namen wie „Cocoa Island“, „Ohlinda“ oder „Cloud 7“, die ihrem Namen alle Ehre machen und zum Fläzen, Kuscheln und Entspannen einladen. Ledersofas wird man bei Bretz übrigens vergebens suchen, denn auf die Verarbeitung von Leder wird aus ethischen Gründen verzichtet. Eine Charakterstärke, die zum Zeitgeist passt.

Eine sympathische Familienbande
Norbert Bretz ist seit 1992 erfolgreicher Geschäftsführer von Bretz und hat mit seinen Visionen das Unternehmen geprägt. Viele Jahre hat er die Geschäfte gemeinsam mit seinem Bruder Hartmut geführt, der sich jedoch im Herbst 2019 auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen zurückzog und seiner Stieftochter Carolin Kutzera das Feld überließ. Nach ihrem Modedesign- Studium in Mailand und Paris stieg Kutzera bereits 2009 als Kreativdirektorin bei Bretz ein und weiß genau, was ihre Kunden begeistert. Gemeinsam mit ihrem Onkel trägt sie jetzt die Verantwortung für das Familienunternehmen mit den rund 90 Mitarbeitern.
Die Herausforderung sieht die junge Chefin vor allem darin, etwas Neues zu wagen, ohne den Bogen zu überspannen. Norbert Bretz ist zudem wichtig, dass sie außergewöhnlich bleiben und die Marke nicht verwässern. Sie wollen auf keinen Fall in den Mainstream abrutschen – das freut die Bretz-Fangemeinde!

Jedes Bretz-Möbelstück schafft es zum Unikat

Bretz in Stuttgart – prominent gemütlich

In bester Lage im Königsbau, 3. Etage, hier fällt einem sofort das ausgefallene Design von Bretz ins Auge. Bunt, wild, stylisch – das ist nicht die Etage für Mitläufer und Ja-Sager.

Der bretzeigene Shop vermittelt Wohnlichkeit. Sessel, Sofas, Tische, Stühle, unzählige Kissen und Betten in unterschiedlichsten Farben und Dekors machen es einem erst mal schwer, sich für ein Objekt der Begierde zu entscheiden. Noch schwerer wird es dann beim Probesitzen- bzw. -liegen. Denn, hat man es sich einmal kuschelig gemacht, fällt einem die Trennung schwer. Und das nicht nur einmal. Beratung tut jetzt gut. Der Vertrieb von Bretz-Möbeln erfolgt über Flagship Stores oder ausgewählte Handelspartner. In Stuttgart leitet Sylvia Gruber seit 2010 erfolgreich den Bretz-Shop. Gemeinsam mit dem Einrichtungsberater Hans Hagenmayer berät sie ihre Kunden mit Fachkompetenz und viel Gespür für deren individuellen Wünsche. Ist die Begeisterung für einen Favoriten gefallen, folgt die Materialauswahl. Und die ist nicht nur bunt, sie ist vor allem umfangreich. Für jedes Möbelstück gibt es eine Vielzahl an Stoffen in den verschiedensten und ausgefallensten Haptiken und Farben. Der Kunde kann sein ganz persönliches Möbelstück kreieren. Zeit dazu hat man im Bretz-Shop. Es herrscht Wohnzimmeratmosphäre, hier tickt die Uhr gemütlich, begleitet von fachkundiger Beratung. Wer dennoch möchte, kann sich das eine oder andere Muster mit nach Hause nehmen, um es vor Ort auf sich wirken zu lassen. Schließlich geht es darum sein Lieblingsmöbelstück zu entwerfen und es soll ja eine Liebesbeziehung auf Dauer werden.

Wenn Modell und Material geklärt sind, steht der Bestellung des individuellen Möbelstücks nichts mehr im Weg. Mit Sorgfalt wird das Möbel zu einem Unikat handgefertigt und nach Hause geliefert.
Was jetzt kommt ist das Zweitschönste: voller Vorfreude warten, bis das besondere Stück zuhause ankommt. Das ist dann das Allerschönste – jetzt heißt es, sich fallen lassen, in sein Traummöbelstück mit den Worten von Bretz im Hinterkopf: „Say no to normal, say yes to Bretz.“

Mein momentaner Favorit ist Cloud 7. Ich liebe einfach diese unkonventionelle Form, das quasi schwebende Sofa. Kein rechtwinkliges Raster, dafür ermöglichen asymmetrische Formen kleine Gruppen oder auch riesige Traumlandschaften. Frei in den Raum gestellt, eröffnen sich ganz neue kommunikative Räume.

Sylvia Gruber

Drop City ist mein persönliches Highlight der Kollektion. Kein anderes Sofa ist so variabel und mega schnell und unkompliziert umzubauen. Dank der Elementverbinder lassen sich die einzelnen Sitz-, Armlehnen- und Rückenlehnenelemente komplett neu ordnen. Infolgedessen entstehen im Nullkommanix aus einer Sofalandschaft zwei Einzelsofas, Loungechair, Daybed oder Hocker. Ein Modell für ganz Spontane.

Hans Hagenmayer