Das Lied ist legendär und die Idee, einmal so zu schlafen, für die meisten Menschen ein nicht gelebter Traum. Nun, in diesem Sommer änderte sich das für mich.
Der Traum war zu realisieren, und zwar bis zur Maisernte im September.
Die traumhafte Idee ist im Prinzip naheliegend, doch bisher nicht wirklich buchbar. Das kann sich ändern, die Schweizer Erlebnisreisen haben schon angeklopft.

Und nun beginnt die Geschichte …
In Neckarwestheim gibt es den Winzer Frank Rominger und es gibt Silke Horn mit dem Wasserbetten-Studio „Bühler Bettsysteme“. Zwei Menschen mit Ideen, die beide das Herz am rechten Fleck haben. So bekam durch die beiden eine Idee ihren „Grund und Boden“: das Maisfeld von Klaus Rominger und das Wasserbett von Silke Horn.
Schon bald ging es an die Umsetzung dieser nicht ganz einfachen, traumhaften Idee.

Aber der Wille war da und die Begeisterung sowieso, und so schaffte man einfach die erforderlichen Rahmenbedingungen. Heute steht es da ganz selbstverständlich: das Bett im Maisfeld. Ein schmaler Pfad führt einen durch das Maisfeld, fast wie durch ein Labyrinth. Dort angekommen, ist man einfach überwältigt von dieser einmaligen Stimmung. So romantisch …

Das Treffen vor Ort war ursprünglich von mir „nur“ als Interview-Termin gedacht.  Keinesfalls als eindeutige Zusage, auch dort im Maisfeld zu übernachten. Aber dann kam alles anders.
So durfte ich mich, zusammen mit meinem Sohn Theo und meinem Hund Jacko, diesem Abenteuer stellen.

18.00 Uhr

Eintreffen auf dem Hof von Klaus Rominger, bei schönstem Wetter, kein Regen vorausgesagt. Das wäre dann wohl noch eine Ausrede für mich gewesen! In Träumen ist man schließlich immer viel mutiger.
Nachdem mir die Idee an sich so gut gefällt, habe ich nun nur noch die Chance, dass mein Sohn Theo einen ängstlichen Rückzieher macht – „Ich will nicht in einem Maisfeld schlafen.“
Eine herzliche Begrüßung von Silke Horn und auch ein Nachfragen ihrerseits:
„Sie wollen doch heute nicht übernachten, sie wollten sich doch nur mal informieren!?“, bestätige ich sofort erleichtert.

Herr Rominger meinte dann aber: „Sie können wirklich dableiben, es wäre kein Problem.“ Nun wird die Situation für mich doch wieder brenzlig. Ich setze weiter auf meinen sicher nicht so mutigen 7-jährigen Sohn.

18.30 Uhr

Mein Sohn verschwindet mit Frau Horn im Maisfeld, ich genieße ein Gläschen Sekt mit Herrn Rominger. Und dann kommt die Euphorie auf zwei Beinen angerannt: „Mama, Mama, das ist so cool, wir schlafen hier!“ Oh Gott. Ich lass mir nichts anmerken. Und vergewissere mich: „Du willst wirklich hier schlafen? Du bist dir ganz sicher?“ Von Theo kommt nur ein energisches „Ja“.

So, nun ist es passiert, nun kann ich mich nicht mehr rausreden.
Ich bin nicht vorbereitet, nicht darauf eingestellt und trotz Hund auch eigentlich zu feige, ohne einen starken Mann an meiner Seite hier im Maisfeld zu bleiben.
Aber jetzt muss ich wohl da durch. Ein kurzes „O.k.“ mit schmalen Lippen gleitet aus meinem Mund. „Dann machen wir das.“

19.15 Uhr

Wir sitzen im Auto auf dem Weg zum Supermarkt, ein Vesper einkaufen und noch eine warme Hose für Theo. Ich fühle mich ziemlich verunsichert.
Sicherheitshalber kaufe ich ein Küchenmesser, natürlich nur, um die Vesperverpackung öffnen zu können. Nein, nicht nur, vielleicht gibt es mir auch ein besseres Gefühl. Jetzt bin ich wenigstens bewaffnet für die Nacht.

19.45 Uhr

Wieder am Maisfeld angekommen. Die Pferde sind noch auf der Koppel und die Sonne verschwindet am Horizont, und auch meine letzte Hoffnung, aus dieser Nummer wieder heil rauszukommen. Jetzt heißt es Vorbild sein.

Gemeinsames Abendessen auf der Bettkante mit meinem Sohn, es wird schon abendlich kühl.

20.30 Uhr

Die Flasche Sekt ist fast leer, mehr Mut habe ich leider aber auch nicht. Die Essensreste werden im Auto verstaut, damit wir keinen tierischen Besuch bekommen. Die Sonne ist nun untergegangen. Also legen wir uns aufs warme Wasserbett und mümmeln uns ein.

21.15 Uhr

Kurze Nachfrage bei Theo: „Schatz, ist alles o.k. für dich? Wir müssen nicht hier schlafen.“ Alles klar, er will es so, nun heißt es auch für mich wirklich: Augen zu und durch. Der Hund ist meine vierbeinige Alarmanlage und darf mit „Hundeunterlage“ aufs Bett. Zur Sicherheit für mich ängstlichen Stadtmenschen ist das Handy in Greifnähe, ebenso wie das neu gekaufte Küchenmesser. Nur für den Notfall, versteht sich. Ich finde keine Ruhe, aber kaum zu glauben: Theo schläft.

22.00 Uhr

Ich schreibe auf Facebook und WhatsApp, aber mein Mut wird dadurch nicht wirklich größer. Der Hund ist genauso aufgeregt wie ich, aber vermutlich nur wegen der Mäuse im Maisfeld.

23.45 Uhr

Oh, kaum zu glauben, ich hatte jetzt doch eine Stunde die Augen zu.

Kurzes Wecken von meinem Sohn, für ihn ist alles o.k., schneller Gang zum WC. Nochmal nachgefragt meinerseits, ob er nicht doch nach Hause will. Ich ernte nur einen abfälligen Blick, soweit ich das in der Dunkelheit erkennen kann. „Nein, Mama, ich schlaf weiter hier.“ So, die letzte Chance ist nun

03.30 Uhr

Wieder ein wenig geschlafen. Die Zudecke ist mittlerweile nass vom Tau. Die Luft ist doch ganz schön kalt, es fühlt sich für mich zumindest so an. Es sind offensichtlich nur noch 8 Grad. Um mich herum absolute Stille. Ich höre nur den Atem von Theo und von unserem Hund. Ganz gebannt schau ich in den Himmel. Nur die Sterne leuchten. Das ist wirklich wunderschön, so klar und intensiv. Ein Anblick, den man in der Stadt nie genießen kann, wie ich mir eingestehe. Leider kenne ich mich mit Sternbildern nicht aus. Ist das nun der Große Wagen?

05.50 Uhr

Schon wieder wach. Aber nun – welch´ erhebendes Gefühl – ich habe es geschafft! Ich glaube, ich fange innerlich an zu wachsen – und das jetzt vor Stolz.

06.30 Uhr

Unser Hund Jacko schlägt an und wird richtig laut. Aber das ist ein gutes Zeichen! Das Frühstück naht, von Herrn Rominger persönlich gebracht.

Die ersten Sonnenstrahlen blinzeln zwischen den Maisstauden durch und kitzeln Theo aus dem Schlaf. Die Schwalben fliegen schon wieder und begrüßen den Tag. Theo reckt sich und ist genauso stolz wie ich. Der innere Schweinehund wurde besiegt. Danke, dass wir das erleben durften!

Und noch etwas Schönes zum Schluss …

Die 99 Euro für diese Nacht im Maisfeld kommen einem guten Zweck zugute. Schwerkranke Kinder werden damit unterstützt, damit sie nicht den Mut und die Zuversicht bei ihrer Genesung verlieren.

Auf dem Weg nach Hause bin ich doch ein wenig durchgefroren und erfreue mich an dem leicht zu wärmenden Auto. Wir sagen Danke und auf Wiedersehen … ich mache das bestimmt mal wieder! Vielleicht dann aber doch lieber mit der „starken männlichen Schulter“ an meiner Seite …

 

 

Mehr Infos zu den Rominger Vineyards: www.rominger-vineyards.de

Mehr Infos zu „Bühler Bettsystemen“: www.buehler-bettsysteme.de