Eine Hommage an Ricardo Bofill

“There can’t be beauty where everything works to perfection.”

Sie sehen aus wie Kunstwerke, Bestandteile eines Gemäldes von Salvador Dali oder Yves Tanguy. Aber man muss keinesfalls in eine Traumwelt abdriften, um die Gebäude Ricardo Bofills zu bestaunen. Es benötigt lediglich ein Transportmittel das nach Spanien oder Frankreich befördern kann.

„Architektur ist der Sieg des Menschen über das Irrationale.“

Bofill lebt die Utopie. Denn wenn man über ihn liest, seine Gebäude das erste Mal sieht, ist schwerlich zu begreifen das es sich dabei um greifbares, gar reales handelt und keinesfalls um Fiktion oder eben Irrationales. Auch wenn es auf den ersten Blick diese Wirkung hat. Seine Erschaffungen sind begehbar, erlebbar, greifbar. Sie sind ein Kontrast zu ihrer Umwelt, der Allgemeinheit, dem Normalen. Gebaut zu einer Zeit in der Europa einer Welle von Betonklötzen zum Opfer fiel. Sie bildeten einen Gegenpol, vereinten Baukastensysteme, Farbigkeit, Symmetrie.

„In der modernen Architektur sieht alles gleich aus und besitzt keine Aussage. Heute braucht es etwas anderes als das.“

Und ja heute braucht es etwas anderes, es braucht rosane Baukasten-Wolkenkratzer. Grüne Symmetrie Monolithen, braune Kolosse mit einer kaum zählbaren Anzahl an Fenstern. In der Gegenwart besteht ein unausgesprochener Drang nach Bofill’s Luftschlössern. Schließlich geht heute alle viel zu schnell, Gelassenheit kennt kaum noch jemand von uns. Bofill’s Labyrinthe zwingen uns aber dazu, sie lassen uns keine Möglichkeit zur Eile und Schnelllebigkeit. Ebenso wenig wie sie uns asozial sein lassen, sie zwingen uns zum gemeinschaftlichen Schwimmen im Pool auf dem Dach. Wir müssen direkt davor stehen um zu sehen, ob sich schon jemand im Wasser befindet, der Winkel des Dachs lässt nichts anderes zu. Es sind Apartmentkomplexe der Superlative.

Bofill baute sie, die Schlösser der einfachen Leute. Liebe Architekten der Gegenwart: Bitte mehr davon.