Wir leben in Städten, Dörfern, auf dem Land. So ziemlich jeden Raum hat der Mensch für das seinige Leben erschlossen. Jetzt kommt das Wasser. Ein Element das bis jetzt Irgendwie das letzte noch einigermaßen unberührte Fleckchen darstellt. Auf dem wir uns jetzt aber auch breitmachen. Das mag Zum Teil auch nicht ganz freiwillig geschehen, schließlich holt das Wasser langsam aber sicher auch uns ein. Bei dem Tempo, das wir in Sachen Klimawandel hinlegen geben Klimaforscher den Küstenregionen weltweit noch circa 20 Jahre. Dann werden aus Strandpromenaden Riffe, also ist es schon fast höchste Zeit dass wir lernen mit und auf dem Wasser zu leben.

Wie in so manchen Bereichen sind uns die skandinavischen Länder auch im Bereich Hausboote ein gutes Stück voraus. Hier hat beinah jeder die freie Wahl ob er auf dem Land oder dem Wasser sein heim finden möchte. Man baut sozusagen zweireihig. Im Hintergrund die Mehrfamilienhäuser, dann der Geh- und Fahrradweg und in der Gracht dann die Hausboote. Ein Bild, das man auch in Schweden nicht selten sieht. Hierzulande aber noch eine Rarität darstellt. Auch aufgrund der immensen bürokratischen Hürden, die es zu überwinden gilt. Die Liegeplätze sind rar, den Häfen fehlt die Infrastruktur und wenn es dann man welche gibt, sind die Wartelisten dafür endlos. In Deutschland benötigt die Realisierung des Lebens auf dem Wasser vor allen Dingen eines, Kampfgeist. So macht man sich hierzulande selten wenn gar kaum Gedanken darüber das doch ein Hausboot eine Option zu dem Einfamilienhäuschen oder der Stadtwohnung wäre.

Aber das Leben auf dem Wasser ist so modern gar nicht. In Afrika, Asien und auch Südamerika, finden sich Menschen bei denen das Leben auf und mit dem Wasser eine Jahrhundert wenn nicht gar Jahrtausende Jahre alte Tradition ist. Dann sind Hausboote mehr eine Rückbesinnung als eine Neuerscheinung? Verwunderlich ist dies nicht, wir leben in einer sehr schnellen Zeit und jedem von uns tut der Blick hinaus auf das Wasser, die dazugehörige Geräuschkulisse und die sich ausbreitende Ruhe gut, sie erdet. Also würde das Leben auf einem Boot uns mit Sicherheit ein stückweit langsamer leben lassen, oder kehrt bei dem Gedanken an Abende auf der Terrasse direkt am Wasser keine innerliche Glückseligkeit ein?