Immobilien intelligent refinanzieren - Zinsen sparen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ihr Immobilienkredit läuft aus und Sie benötigen eine neue Finanzierung? Oder haben Sie flexibel finanziert und möchten künftig weniger Zinsen zahlen? Wer bei der Refinanzierung intelligent vorgeht, kann viel Geld sparen. Bernhard Zeile von immowertZ gibt Praxistipps.

 

Wer eine Wohnung oder ein Haus kauft, hat das nötige Kleingeld dafür selten auf dem Konto. In der Regel bringen Immobilienkäufer einen Eigenanteil von rund 20 Prozent des Kaufpreises ein. Den Rest finanzieren sie über einen Kredit.

 

Neuer Kreditvertrag nötig

 

Oft haben die Darlehen eine feste Laufzeit und für diese Zeit einen festgelegten Zinssatz. Die Laufzeit endet zumeist, bevor der Kredit vollständig getilgt ist. Dann ist eine sogenannte Refinanzierung bzw. eine Anschlussfinanzierung nötig. Das heißt, der Immobilieneigentümer schließt einen neuen Kreditvertrag ab.

 

Auch bei flexiblen Krediten: Refinanzierung sinnvoll

 

Manche Wohnungs- oder Hauseigentümer haben ihre Immobilie flexibler, mit variablem Zins und ohne feste Laufzeit finanziert. Auch für sie kann es eventuell gewinnbringend sein, nach einigen Jahren über eine Refinanzierung nachzudenken. Die flexible Finanzierung hat den großen Vorteil, dass sie kurzfristig kündbar ist. Der Haus- oder Wohnungseigentümer kann dann nahtlos auf eine neue, günstigere Finanzierung umsteigen. Immobiliensachverständige Bernhard Zeile von immowertZ aus Marbach und der Finanzierungsberater Georg Ninic von Ginkgo WertSchöpfung aus Stuttgart haben folgende Tipps für alle, die refinanzieren müssen oder darüber nachdenken, wie sie künftig Zinszahlungen einsparen können:

 

1. Refinanzierungsprozess sinnvoll starten

Um eine Refinanzierung anzustoßen und dabei von unabhängiger Expertise zu profitieren, sollten Gebäude- und Wohnungseigentümer entweder auf einen Sachverständigen für Immobilienbewertung oder einen unabhängigen Finanzierungsberater zugehen. Die beiden Experten arbeiten anschließend zusammen, um bei den Kreditinstituten eine optimale Finanzierungslösung für ihren Kunden zu erreichen.

 

2. Wertsteigerung der Immobilie belegen

Der Immobiliensachverständige erstellt eine Wertschätzung, die den aktuellen Wert der Immobilie beziffert. „Geht es zum Beispiel um eine Wohnung oder ein Haus in der Region Stuttgart, ist der Wert der Immobilie seit dem Kauf in aller Regel kräftig gestiegen", erläutert Bernhard Zeile. „Durch den gestiegenen Immobilienwert und die außerdem jetzt verminderte Kreditsumme erhöht sich die Sicherheit für die Bank. Das Institut kann sich fast sicher sein, die verliehene Summe vollständig zurück zu erhalten. Das bedeutet: Der Risikoanteil, den jeder Zinssatz enthält, kann erheblich reduziert werden oder sogar ganz entfallen.“

 

Damit sich Banken dazu bereit erklären und den Zinssatz entsprechend kürzen, benötigen sie eine unabhängige Bewertung, die den aktuellen Wert der Immobilie verlässlich feststellt. Bernhard Zeile sagt: "Die 900 bis 1.300 Euro, die je nach Größe der Wohnung oder des Hauses für eine Wertermittlung zu veranschlagen sind, sind gut investiertes Geld, wenn dafür die Zinsbelastung langfristig sinkt."

 

3. Eventuell die Bank wechseln

Wer jetzt refinanziert, dem kommt der sinkende Basiszinssatz entgegen. Der Basiszinssatz ist der Satz, den sich Banken untereinander berechnen, wenn sie sich gegenseitig Geld leihen. 2008 lag dieser Basiszins noch bei etwa vier Prozent. 2012 war er auf 0,7 Prozent gesunken. Inzwischen zahlen Banken untereinander gar keine Zinsen mehr! Die Zinssätze, die Banken Endkunden in Rechnung stellen, müssen sich an dieser Abwärtsentwicklung des Basiszinssatzes orientieren (s. Kasten und Grafik). Mit dem Basiszinssatz sind daher auch die Zinsen für Bankkunden in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken: 2008 waren noch Zinssätze von sieben bis acht Prozent üblich. 2012 zahlten Kunden noch etwa 3,5 Prozent. Heute liegen die Zinsen für aufgenommene Kredite zwischen 2,5 und drei Prozent.

 

„Für den Kreditkunden bedeutet jeder Zehntel-Prozentpunkt, den sein Zinssatz nach oben oder unten abweicht, viel Geld“, sagt Georg Ninic. „Wer refinanziert, sollte daher vergleichen und schauen, welches Kreditinstitut ihm das günstigste Angebot unterbreitet. Denn die Institute haben Spielräume, die sie in unterschiedlicher Weise nutzen. Ein Wechsel der Bank kann sich daher lohnen.“

 

4. Unabhängigen Berater hinzuziehen

Die Kreditfachleute bei den Banken sind keine einfachen Gesprächspartner. Oft verunsichern sie ihre Kunden mit einem Fachvokabular, dass für Laien kaum verständlich ist. Daher kann es sinnvoll sein, einen unabhängigen Berater hinzuzuziehen, der die Spielräume der Banken und die Mechanismen bei einer Kreditvergabe kennt und dem Eigentümer in den Verhandlungen zur Seite steht. "Finanz- oder Vermögensberater besitzen als bankunabhängige Fachleute einen Überblick, welche Bank günstige Konditionen anbietet und wissen, wo es sich lohnt, in Verhandlungen zu treten. Außerdem können sie Bankgespräche so führen, dass sie für ihre Kunden optimale Ergebnisse erzielen", sagt Georg Ninic.

 

Wer diese Hinweise beachtet, erhält dadurch die bestmöglichen Konditionen für seinen neuen Kreditvertrag, vermeidet unnötige Zinszahlungen und kann damit viel Geld sparen.

 

© Autorin: Eike Ostendorf-Servissoglou 

 

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