LED oder Energiesparlampe - Neueste Erkenntnisse

Glühbirnen sind Schnee von gestern – zumindest in der Theorie und laut der EU-Verordnung von 2008, die Glühbirne schrittweise komplett abzubauen. Trotzdem werden laut einer Umfrage des Strom- und Gasanbieters „lekker Energie“ beinahe die Hälfte aller deutschen Haushalte weiterhin mit Hilfe von Glühbirnen beleuchtet. Dabei rücken als „Ersatz“ für die Glühbirne sehr schnell zwei Leuchtmittel in den Fokus: die Energiesparlampe, die der klassischen Glühbirne sehr ähnlich ist, aber deutlich weniger Energie verbraucht und die Licht emittierende Diode (kurz: LED).

Bei zweiterer handelt es sich um kleine Leuchten, die keine Wärme erzeugen und daher mit hohem Energieeinsparpotential punkten. Zudem können LED-Lampen entsprechend gedimmt werden und sind in verschiedenen Farbtemperaturen erhältlich. Beide Leuchtmittel eignen sich für Wohnräume; dennoch muss man sich schlussendlich stets zwischen den beiden entscheiden. Die Pro- und Contra-Argumente beider Varianten sowie die neusten Erkenntnisse, Preisunterschiede und Einsatzmöglichkeiten haben wir hier zum Beginn des neuen Jahres zusammengestellt.


1. Kostenvergleich
Seit die Glühbirne aus den Verkaufsregalen verbannt wurde sind die Preise für Leuchtmittel im Allgemeinen angestiegen. Da fällt die Komponente der Kosten für die jeweilige Birne deutlich stärker ins Gewicht bei der Entscheidung. Hier schneidet die LED-Lampe deutlich teurer ab, als die Energiesparlampe; je nach Fassung und Lichtstärke sind diese teilweise bis zu doppelt so kostspielig im Vergleich zu herkömmlichen Energiesparlampen. Aber nicht nur beim Kauf direkt, sondern auch die Kosten des Stromverbrauchs sollten in die Gesamtrechnung mit aufgenommen werden. Obwohl die
LED-Lampen in der Anschaffung deutlich teurer sind als eine Energiesparlampe, lohnt sich ein entsprechendes Modell besonders bei häufiger Nutzung.


2. Lebensdauer
Teurer in der Anschaffung, dafür mit langer Lebensdauer – das fasst die Kernpunkte der LED-Lampe zusammen. Im Durchschnitt geben die Hersteller eine Lebensdauer zwischen
15.000 und 30.000 Stunden an, bei hochpreisigen LEDs sogar 20.000 bis 50.000 Stunden. Dies entspricht umgerechnet nahezu 30 Jahren, womit auch lästiges Glühbirnenwechsel passé wird. Im Gegensatz dazu werden Energiesparlampe meistens mit lediglich 8.000 bis 10.000 Stunden ausgeschrieben. Jedoch gilt es hier die Leuchtintensität zu beachten: je heller die Lampe, desto geringer die Lebensdauer.


3. Farbwiedergabe und Helligkeit
Bei der Farbauswahl und der Lichtintensität sind die Geschmäcker verschieden: eher ein atmosphärischer Rotton, ein kühles Blau oder doch aufmunterndes Tageslichtweiß? Ob
eine Lampe eine eher warme oder kühle Atmosphäre erzeugt, hängt von ihrer Lichtfarbe ab, die als Farbtemperatur deklariert ist. Hier sehen Experten einen Nachteil bei den Energiesparlampen, da diese besonders bei Rottönen nicht auf ganzer Linie überzeugen können. Andererseits empfinden viele das Licht der Energiesparlampe als weicher. Grundsätzlich ist ausschlaggebend, dass die Beleuchtung auf den jeweiligen Zweck des Wohnraumes abgestimmt ist. Arbeitsflächen oder Schreibtische benötigen gezielte, helle Beleuchtung, während ganze Räume oft eher von einer kombinierten Beleuchtung
profitieren. Neben den individuellen Vorstellungen kann auch die Kennzeichnung bei der Auswahl helfen. Allgemein  gilt, dass für eine gute Farbwiedergabe der gekennzeichnete
Ra-Wert bei 90 liegen sollte (Sonnenlicht hat den RA-Wert 100). Ist bei den Produkten lediglich eine Farbkennzahl angegeben, steht die erste Zahl für die Farbwiedergabe, zum Beispiel die 927: hier steht die 9, dies entspricht einem Ra-Wert von 90. Sowohl LED-Lampen als auch Energiesparlampen sind in verschiedenen Helligkeitsstufen erhältlich und können je nach Modell auch gedimmt werden – hier sollte jedoch die Kompatibilität mit dem Schalter beachtet werden.


4. Einsatzort und Zweckbestimmung
Nicht jede Lampe ist für jeden Ort gleichermaßen gut geeignet. In Kinderzimmern bietet sich beispielsweise eine Energiesparlampe mit Splitterschutz an, um alle Fußballübungen in den eigenen vier Wänden zu überstehen. An Orten im Eigenheim, an denen es sofort hell sein soll, zum Beispiel im Flur oder Treppenhaus, rentiert sich die Investition in eine LED-Lampe. Auch bei häufigem Ein- und Ausschalten eignen sich die kleinen Leuchtmittel
besser als die Konkurrenz der Energiesparlampe.


5. Ökobilanz und Quecksilber
Auch der Faktor Umweltfreundlichkeit spielt in den Vergleich der beiden Leuchtmittel mit ein. Bei der Produktion schneiden LEDs schlechter ab als Energiesparlampen, da hier der
Materialaufwand deutlich größer ist und seltene Metalle für die Herstellung notwendig sind. In der Verwendung überzeugen LEDs wiederum mit geringerem Stromverbrauch und einer deutlich längeren Lebensdauer: Im Vergleich zur Glühlampe werden bis zu 85 Prozent Energiekosten eingespart; die Energiesparlampe schafft nur 70 Prozent. Auch das Thema Quecksilber taucht in der Diskussion um das perfekte Leuchtmittel immer wieder auf. Handelsübliche Energiesparlampen enthalten Quecksilber, jedoch in äußerst
geringen Mengen und im ausgeschalteten Zustand üblicherweiseb in Amalgam gebunden anstatt in flüssiger Form. Experten schätzen das Vergiftungsrisiko auch beim Bruch einer Energiesparlampe auf minimal gering und sehen auch in der sicheren Entsorgung per Sondermüll keine Hürden. Zur Sicherheit wird zusätzlicher Splitterschutz angeboten. Wer dennoch gänzlich auf Quecksilber verzichten möchte, greift zur komplett freien LED-Lampe.


Fazit
Die relativ hohen Anschaffungskosten sollen die Verbraucher nicht abschrecken, auf LED-Lampen umzustellen und diese großzügig einzusetzen. Ihre Energieeffizienz spart auf lange Sicht deutlich mehr ein, sowohl im Vergleich zur auslaufenden Glühbirne als auch zur alternativen Energiesparlampe. Moderne und hochwertige LED-Modelle verfügen inzwischen über ein breites Farbspektrum, sodass sich aus der Auswahl verschiedener Farbtöne ein gemütliches, warmes oder auch eher kühles Licht erzeugen lässt. Dies bestätigt auch ein Test der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2016. Hier wurden Ersatzlampen in LED-Form für verschiedene Watt Birnen getestet: für 75 Watt Birnen (entspricht etwa 1.000 Lumen) haben die Bioledex Araxa, LightMe LED, Ledon LED und
Megaman LED Classic ein „Sehr gut“ erhalten. Außerdem haben im Test die dimmbaren Versionen von Melitec und das Modell Ledare von Ikea besonders gut abgeschnitten. Bei ehemaligen 100 Watt Glühbirnen hat lediglich die LED-Lampe von LightMe LED Classic im Test besonders überzeugt.


© Autorin: Jessica Schmucker

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