BAU 2017 - Die Weltmesse: Innovationsmotor & Impulsgeber

Foto: rcfotostock - fotolia.com
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Die Bau 2017 hat neue Rekorde geschrieben: 250 000 Besucher sind in diesem Jahr auf die Weltleitmesse für Architektur, Baumaterialien und -systeme in München gepilgert, davon 80 000 aus dem Ausland. Insgesamt haben 2 120 Aussteller aus 45 Ländern ihre Produkte vorgeführt.

Sie ist der wichtigste Treffpunkt der Baubranche und setzt alle zwei Jahre Maßstäbe: Die Weltleitmesse Bau, auf der in diesem Jahr vom 14. bis 19. Januar in München die jüngsten Innovationen in der Architektur- und Baubranche vorgestellt worden sind. Mit mehr als 250 000 Besuchern hat die Bau 2017 dabei einen Rekord aufgestellt, das Interesse an neuen Baumaterialien und Techniken war größer denn je. Gleichzeitig hat die Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme in diesem Jahr auch international nochmals deutlich zulegen können: Knapp 80 000 Besucher kamen aus dem Ausland nach München, im Jahr 2015 waren es noch 72 000 Besucher gewesen.

 

Messe-Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer sieht darin eine Bestätigung der weltweiten Bedeutung der Messe, zumal in diesem Jahr auch auf Ausstellerseite ein neuer Rekordwert erzielt wurde: Insgesamt haben 2 120 Aussteller aus 45 Ländern ihre Produkte vorgeführt. „Zum wiederholten Male hat die Bau Rekordwerte erzielt. Sie hat damit ihre Stellung als Innovationsmotor und Impulsgeber der Baubranche eindrucksvoll bewiesen“, betonte Pfeiffer zum Abschluss der Messe. Auch Dieter Schäfer, Vorsitzender des Ausstellerbeirats der Bau, zog eine durchgehend positive Bilanz: „Aus Sicht der Aussteller war die Bau ein voller Erfolg. Sie trägt zu Recht den Titel Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme.“ Und für Martin J. Hörmann, den stellvertretenden Vorsitzenden des Ausstellerbeirats, ist die Bau „alle zwei Jahre das Branchenhighlight“ schlechthin.

 

Eröffnet worden war die Bau 2017 in den Münchener Messehallen von Barbara Hendricks, der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). In ihrer Rede bezeichnete sie die Baubranche als „Schlüsselbranche“ für zentrale gesellschaftliche Aufgaben. Mit der Wohnungsbauoffensive sei man auf dem richtigen Weg. „Es brummt auf Deutschlands Baustellen. Nach Jahren der Stagnation haben wir eine Trendwende geschafft“, so die SPD-Politikerin, die nach einem ausführlichen Rundgang über das Messegelände auch die BMUB-Konferenz unter dem Titel „Baupolitik ist gefragt!“ eröffnet hatte.

 

Messe München stärkt durch eine Mehrheitsbeteiligung ihre Position in China

 

Dass die Zeichen auf Konjunktur stehen, hat sich auf der Bau 2017 zudem auch auf andere Weise gezeigt: So hat die Messe München während der Woche den Mehrheitserwerb der „Fenestration China“ bekanntgegeben, Chinas bedeutendster Messe für Fenster, Türen und Fassaden. „Für uns als zukünftiger Veranstalter der Fenestration Bau China ist die sehr positive Resonanz unserer Kernaussteller hierzu sehr wichtig“, erklärte dazu Messe-Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer. Damit stärke die Bau auch ihre Position in China, dem derzeit wohl wichtigsten Baumarkt der Welt. Cathy Peng wiederum, die Gründerin der Fenestration China und künftige Mitgesellschafterin der neuen Fenestration Bau China, sieht im Zusammenschluss von Fenestration China mit UNSERE PARTNER IM WOHNWERK ESSLINGEN Segmenten aus der Bau und dem Bau Congress China eine starke „Win-Win-Situation“, wie sie bei der Bekanntgabe betonte. Der Premierentermin steht derweil auch schon: Die gemeinsame neue Plattform „Fenestration Bau China“ findet erstmals vom 7. bis 10. November 2017 in Shanghai statt.

 

Alle Zeichen stehen auf Expansion

 

An der Spitze des Besucherrankings sind auf der diesjährigen Bau-Messe erneut die Nachbarländer Österreich (11 520 Besucher), Schweiz (5 243) und Italien (5 013) gelandet. Dass die Bau aber auch außerhalb Europas immer stärker wahrgenommen wird, zeigt die Liste jener Länder, die am meisten zugelegt haben. Darunter fallen beispielsweise Südkorea (+42 Prozent), die USA (+40 Prozent) und Indien (+59 Prozent). Zu den Top-10-Besuchermärkten aus dem Ausland gehörten mit der Türkei, Russland und China auch dieses Mal wieder drei Länder außerhalb der EU. Der ohnehin traditionell hohe Anteil chinesischer Fachbesucher konnte nach Angaben der Messe in diesem Jahr nochmals auf 2 235 Besucher gesteigert werden, womit China weiter nach oben klettert im Ranking der Top-10.

 

Alle Kurven zeigen nach oben, entsprechend zufrieden sind sowohl die Messemacher als auch die Aussteller. „Die 1964 ins Leben gerufene Bau hat sich in ihrer über 50-jährigen Geschichte zu einem weltweit beachteten Mega-Event entwickelt. Diesen Eindruck gewann jeder, der sich seinen Weg durch die 17 Messehallen bahnte“, erklärte etwa Bau-Projektleiter Mirko Arend. Vom ersten Tag an waren Hallen und Messestände voll, wie immer prägten aufwendig inszenierte und häufig doppelstöckige Standpräsentationen das Bild. An den Ständen sah und hörte man Besucher aus der ganzen Welt, worauf sich die 2 120 Aussteller aus 45 Ländern gut vorbereitet hatten. Viele hatten speziell geschultes Personal zur Bau mitgebracht, um die internationalen Gäste noch besser betreuen und beraten zu können. So war während der Messewoche der Bau 2017 von den Ausstellern zwar voller Einsatz gefragt. Angesichts vieler neuer Kontakte, interessierter Besucher und guten konjunkturellen Aussichten war die Laune an den Messeständen aber ausnehmend gut.

 

Die zwei zentralen Messethemen: Digitalisierung und Smarte „mitdenkende“ Bauelemente und -systeme

 

„Wir sind sehr zufrieden. Wir hatten extrem viele Besucher auf unserem Messestand und die Rückmeldungen unserer Kunden zu den neuen Produkten waren äußerst positiv“, betonte etwa Sebastian Dresse, Geschäftsführer der Velux Deutschland GmbH. Die Messe genieße sehr hohe Akzeptanz in der Branche und sei eine großartige Gelegenheit, Neuheiten und Fokusthemen einem breiten Publikum vorzustellen, so Dresse. Und auch Andrea Alexandra Alber, Geschäftsführerin Strategie & Marketing bei der GEZE GmbH Deutschland, zeigte sich hinterher sehr zufrieden, wie sie sagte: „Wir konnten unsere Kunden und Partner gezielt darüber informieren, dass wir uns nun noch stärker im Gebäudetechnikmarkt engagieren und unsere Produkte und Lösungen in intelligente Anwendungen der Gebäudetechnik und damit in Smart Buildings eingebunden werden können.“ Gegenüber 2015 habe man ein Besucherplus im deutlich zweistelligen Bereich verzeichnen und zahlreiche neue Kontakte knüpfen können. Auch der Anteil der Standbesucher aus dem Ausland habe sich dabei nochmals deutlich erhöht.

 

Trotz der großen Vielfalt an unterschiedlichen Themen und Anwendungen standen in diesem Jahr zwei Bereiche im Mittelpunkt des Messegeschehens. Wie stark die fortschreitende Digitalisierung in allen Lebensbereichen die Zukunft des Bauens beeinflussen wird, haben vor allem die Aussteller der Bau IT in Halle C3 gezeigt, in der insbesondere das Thema Building Information Modeling (BIM) allgegenwärtig war. Und auch das zweite dominierende Thema hat die Besucher mit seinem hohen Innovationsgrad fasziniert und interessiert: Smarte „mitdenkende“ Bauelemente und -systeme, die bestimmte Eigenschaften besitzen und auf äußere Einflüsse reagieren. Gezeigt worden ist dabei ein ganzer Reigen verschiedener Lösungen und Anwendungen, vom Türgriff mit Fingerscanner über die Energie erzeugende Fassade bis hin zur Systemlösung für das voll vernetzte Smart Home.

 

Das wichtiges Ziel der Besucher ist es, sich über Neuheiten und Innovationen zu informieren

 

Wie schon im Jahr 2015 bei der Vorgängermesse hat auch in diesem Jahr wieder die überwiegende Mehrheit der Besucher (98 Prozent) die Bau mit „ausgezeichnet bis gut“ bewertet, fast allen wollen in zwei Jahren wieder kommen. Auch dieses Ergebnis einer Befragung hat die Münchner Messe auf der Abschlussveranstaltung bekannt gegeben. Bestnoten haben die Besucher demnach insbesondere für die Breite und Vollständigkeit des Angebots sowie für die Präsenz der Marktführer vergeben. Fast alle Besucher kommen mit ganz gezielten Anliegen auf die Messe, mehr als 60 Prozent davon haben nach eigenen Angaben eine leitende Position inne. Das wichtigste Ziel, sich über Neuheiten und Innovationen auf dem Markt zu informieren, haben 95 Prozent der Besucher nach eigenem Bekunden erreicht. Entsprechend hoch fallen auch die Bewertungen in der Zufriedenheitsskala und der Einschätzung darüber aus, dass die Bau die wichtigste Messe ihrer Art ist.

 

Die Position der Bau als absolute Nummer eins der Branche lässt sich zudem auch aus der vom Marktforschungsinstitut Gelszus durchgeführten Ausstellerbefragung ablesen, deren Werte für sich sprechen. Demnach beurteilten fast alle Aussteller (98 Prozent) die Bau mit „ausgezeichnet bis gut“. Ihr Leitmessecharakter wird ebenso auf breiter Front (95 Prozent) anerkannt. Die überwiegende Mehrheit der Aussteller erteilten zudem auch Bestnoten für die Qualität, immerhin 91 Prozent auch für den Faktor für die Internationalität der Besucher. Wenig überraschend: Die aktuelle wirtschaftliche Situation wird von den Ausstellern diesmal besser gesehen als noch im Jahr 2015. Während vor zwei Jahren noch 81 Prozent der Befragten die Konjunkturlage mit „ausgezeichnet bis gut“ bewerteten, ist die Zahl in diesem Jahr auf 91 Prozent angestiegen. Gleichzeitig sind sich die Aussteller auch darüber einig, dass sich die Bereitschaft zu konkreten Geschäftsabschlüssen im Vergleich zu 2015 nochmals verbessert hat. So ist es auch wenig überraschend, dass fast alle Aussteller (98 Prozent) auch 2019 wieder dabei sein wollen.

 

Die nächste BAU-Messe findet vom 14. bis 19. Januar 2019 auf einer erweiterten Fläche statt

 

Der Termin dafür steht derweil schon fest: Die nächste Bau findet vom 14. bis 19. Januar 2019 auf dem Gelände der Messe München statt. Passend zur Konjunkturlage und der positiven Bilanz ist dabei die Ankündigung der Veranstalter: Sie wollen die Bau 2019 um zwei neue Hallen erweitern und das Ausstellungsgelände auf dann 200 000 Quadratmeter vergrößern.

 

© slm

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