UNGEMÜTLICHE MITBEWOHNER - Ratschläge zur Schmimmelprävention und -bekämpfung

Foto: cegli - fotolia.com
Foto: cegli - fotolia.com

In der anstehenden kalten Jahreszeit klopft neben sinkenden Temperaturen und grauen Nachmittagen gerne auch ein weiteres Problem an viele Wohnungs- und Haustüren: Schimmel. Ein eher heikles Thema, von dem immer mehr Menschen betroffen sind - in fast jedem vierten Haushalt in Deutschland treten Schäden durch Schimmel oder Feuchtigkeit auf. Ursache hierfür sind erhöhte Feuchtigkeit, die durch Wärmebrücken, Kondensationsschäden oder mangelnde Wärmedämmung entsteht, und sich aufgrund unzureichender Lüftung an Wänden, in den Ecken oder auch an Möbeln festsetzt. Feuchtwarme Luft kann beispielsweise beim Kochen, Duschen oder auch beim Trocknen der Wäsche entstehen. Wie man Schimmel vorbeugen kann, oder ihn bei Auftreten rechtzeitig und langfristig bekämpft, erfahren Sie hier. 

Die gefährlichsten Krankheitsauslöser in Gebäuden stellen laut einer Studie des Bundesgesundheitsministeriums Schimmelpilze und Bakterien dar

 

Schimmelbildung beginnt zumeist unsichtbar: bei ungefähr 80-prozentiger Luftfeuchtigkeit und Temperaturen unter 5 Grad können Schimmelpilze entstehen. Auch feuchte Luft, die in geschlossenen Räumen abkühlt, kann sich an den Oberflächen festsetzen und Schimmel anregen. Da die Temperatur in der Nähe von Außenwänden am ehesten abnimmt, besteht auch hier ein Schimmelrisiko - besonders zu beobachten sind Gebäudeecken. Schimmelpilze bilden beim Wachstum durch ihre gefärbten Sporen farbige, oft braune oder schwarze Flecken. Wenn Schimmel hinter Schränken entsteht ist ein erster Hinweis oft ein modriger Geruch. Neben den äußerlichen Schäden sind auch die gesundheitlichen Folgen bei Schimmelbefall nicht zu missachten. Vor allem die Sporen können Haut- und Schleimhautreizungen, Allergien und Asthma auslösen - verbreitete Krankheitssymptome sind beispielsweise Müdigkeit, Atemwegserkrankungen, Augenreizungen oder vermehrte Kopfschmerzen.

 

Luftfeuchtigkeit kann sich durch zahlreiche Quellen bilden - im Wesentlichen wird zwischen zwei Kategorien unterschieden: Baufeuchte, die auf bauliche Mängel zurückzuführen ist, und Feuchtigkeit, die durch Alltagstätigkeiten wie zum Beispiel Kochen, Duschen oder auch Atmen entsteht. Auch die heutige Isolation von Häusern, die zwar Energiesparen fördert, gleichzeitig aber auch auch Feuchtigkeit in Wohnungen staut, kann daher Schimmelbildung verursachen. Bei baulichen Mängeln wie feuchtem Mauerwerk empfiehlt es sich einen Spezialisten aufzusuchen, der diese beseitigt. Allgemein wird zwischen großflächigem und kleinflächigem Befall unterschieden. Von großflächigem Befall spricht man bei ganzen Wänden, Innendämmungen oder kompletten Wohnräumen. Hier kommt man ohne einen Fachmann und dementsprechende Behandlung nicht weiter. Befallene Tapeten, Gipskartonplatten, Holzverkleidungen, Textilien oder Möbel müssen in der Regel komplett entsorgt werden. Kleinere Schimmelvorkommen - zum Beispiel in Zimmerecken, Fugen oder Isolierungen - können auch selbst bekämpft werden.

 

Handlungsoptionen: bei kleineren Schimmelstellen reichen Hausmittel, bei großem Auftreten muss ein Fachmann engagiert werden

 

Ist der Schimmel bereits mit eingezogen, gibt es verschiedene Wege, diesen zu entfernen.

 

Alkohol - Bei geringem Schimmelbefall ist 70 bis 80-prozentiger Alkohol ein äußerst wirksames Mittel zur Entfernung. Der Alkohol dehydriert das Pilzgeflecht, entzieht den Zellen des Schimmelpilzes das Wasser und sorgt somit für das Austrocknen des Ursachenherds.

 

Trocken-Hefe - Dieses Hausmittel eignet sich um Schimmel, der sich in Fugen festgesetzt hat, zu bekämpfen. Anwendung: Trocken-Hefe in einem Glas Wasser auflösen und mit einer alten Zahnbürste auf den Fugen verteilen - nach kurzer Einwirkungszeit einfach abwischen.

 

Reiniger auf Chlorbasis - Hier sollte man stets die Gebrauchsanweisungen lesen und nach einer Anwendung unbedingt ausreichend Lüften, da die Reinigung mit Chlor eventuelle gesundheitliche und materielle Risiken birgt. Wasserflecken lassen sich besonders gut mit Chlor beseitigen.

 

Wandfarben für Schimmelentfernung - Der hohe basische PH-Wert dieser speziellen Farben soll die Neubildung von Schimmel verhindern. Die Wirkung der Farbe fruchtet aber erst, wenn die entsprechende Stelle vorher gereinigt und vom Schimmel befreit wurde - einfach drüberstreichen hat keinen wirkungsvollen Effekt.

 

Bei allen Maßnahmen gilt, dass man den Herd der Schimmelbildung gezielt behandelt, um eine vollständige und effektive Schimmelreinigung zu erzielen. Die Problemlöser wie Essig, Chlor, Schimmelanstriche und diffusionsgeschlossene Dämmungen stellen nicht immer eine dauerhafte Lösung dar. Bei hartnäckigem Schimmelvorkommen kann nur eine ursachengerechte Sanierung Abhilfe schaffen. Eine Möglichkeit sind zum Beispiel Calciumsilikat-Platten - mineralische Wohnklimaplatten aus einem umweltverträglichen Baustoff, die mittels einer Horizontalsperre in das abzudichtende Mauerwerk injiziert werden und so die Innendämmung verbessern. Mit dieser Methode kann besonders Schimmelauftreten im Mauerwerk beseitigt, Tauwasserbildung und Feuchtigkeit dauerhaft verhindert und ideale Dämmung gewährleistet werden.

 

Ein wichtiger Schritt in ein schimmelfreies Dasein ist richtiges Lüften. Korrektes Heizen und Lüften sind für die allgemeine Luftqualität der Wohnung überaus wichtig und helfen gleichzeitig Energie einzusparen. Ein gesundes Wohnklima beugt Schimmelpilz- und Feuchtigkeitsschäden vor - wie es erreicht werden kann ist in folgender Auflistung festgehalten:

 

1. Räume abhängig von Funktion und Nutzung lüften Um das Raumklima auf einem guten Level zu halten, ist es vor allem nötig, je nach Aktivität einen Durchzug herzustellen. 5 bis 10 Minuten, am besten mehrmals täglich, helfen Schimmel vorzubeugen.

 

2. Gekippte Fenster am besten vermeiden Bei lediglich gekippten Fenstern kann die Feuchtigkeit nicht richtig aus den Räumen abgeführt werden. Sollten Fenster nachts in Schlafräumen gekippt sein, ist es wichtig diese am Morgen zu schließen und den Raum zumindest in geringem Maße zu heizen.

 

3. Wäsche trocknen Falls Wäsche unvermeidbar in Wohnräumen getrocknet wird, sollte auch hier regelmäßig gelüftet werden. Während des Trocknen am besten ein Fenster kippen und die Tür zu dem entsprechenden Raum geschlossen halten. Im Gegenzug sollte in diesem Raum auch die Heizung von Zeit zu Zeit aktiviert werden.

 

4. Heizung entsprechend ein- und ausschalten Während des Lüftvorgangs sollten Heizungen ausgeschalten werden, um Wärme und Geld nicht sprichwörtlich zum Fenster rauszuschmeissen. Auch nachts empfiehlt es sich, die Heizkörper abzuschalten oder zumindest zu drosseln. Da kalte Luft allerdings weniger Wasser aufnehmen kann als warme, sollten Schlaf- und Wohnräume geheizt werden, um Kondensation von Feuchtigkeit zu vermeiden. Außerdem dürfen Heizkörper nicht von Verkleidungen oder Mobiliar versperrt werden

 

5. Türen geschlossen halten Bei der Lüftung von Bad und Küche sollten die Türen geschlossen bleiben, um die Feuchtigkeitswerte zu regulieren. Auch kühle Räume wie zum Beispiel Schlafräume sollten nicht durch geöffnete Türen geheizt werden - hierbei steigt lediglich die relative Luftfeuchte und das Schimmelrisiko.

 

Autorin: Jessica Schmucker

Kommentar schreiben

Kommentare: 0