Modernisierung leicht gemacht - Die richtigen Maßnahmen

Foto: contrastwerkstatt - fotolia.com
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Der wichtigste Schritt bei Modernisierungsmaßnahmen ist, ihn überhaupt zu gehen. Im Oktober ist der Terminkalender voll, im November steht ein Urlaub an, und im Dezember ist ja schon Weihnachten. Alles auf einmal zu machen lässt bei vielen das Budget sowieso nicht zu - daher heißt es Prioritäten setzen und Stück für Stück das Eigenheim transformieren und aufwerten. Bei Modernisierungen lautet die Devise: Von außen nach innen - erst die Gebäudefassade inklusive der Fenster auf Vordermann bringen, anschließend das technische Innenleben des Hauses in Angriff nehmen.

ideelle Wert einer Modernisierung lässt sich schwer konkret errechnen - einige Bauherrn lassen sich dabei zu allerlei Luxus verleiten, andere schrecken schon vor kleinen Maßnahmen zurück. Aber - bereits bescheidene Modernisierungen zahlen sich oft aus und steigern den Marktwert eines Hauses um einen höheren Ertrag als die reinen Kosten. Ein modernisierter Altbau bietet zudem mehr Charme und Wohnqualität, Komfort und Platz, und lässt sich vielfältig und praktisch nutzen. Energie und langfristig Kosten sparen sind sind die wesentlichen Hauptziele bei Modernisierungsmaßnahmen.

 

Mit einem gut recherchierten und ausgearbeiteten Plan, einer vorher abgesprochenen Finanzierung oder der Teilnahme an Förderprogrammen und einer realistischen Zeiteinteilung rentiert sich eine Modernisierung. Gestalterische Elemente wie ein gepflegter Holzfußboden oder eine bequeme Treppe werten ein Haus ebenso auf wie ausreichende Wärmedämmung oder eine moderne Heizung, die wiederum den Geldbeutel entlasten. Unabdingbar in Sachen Modernisierung sind verschiedene Maßnahmen, wie eine kluge Haustechnik, gute Baumaterialien und eine fachgerechte Durchführung.

 

Mit modernen Techniken, Dämmungen und Haushaltsgeräten Energie, Zeit und Geld sparen

 

Erst das Haus dicht machen, dann die neue Heizung einbauen – so lautet ein Grundsatz der energetischen Modernisierung. Das allgegenwärtige Thema Energiesparen geht im Einklang mit Modernisierungsmaßnahmen einher. Besonders zu beachten ist, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung bei Modernisierungsmaßnahmen auf lange Zeit angelegt werden muss: im Regelfall amortisiert sich eine energetische Sanierung schon nach einigen Jahren, davor bleibt es dennoch eine große Investition, vor der man jedoch nicht zurückschrecken muss. Experten geben für fast alle Maßnahmen eine Amortisationszeit an, idealerweise sollte sich dabei innerhalb der Nutzungsdauer die Modernisierungs- und Finanzierungskosten amortisieren oder zumindest gegen Mieterträge aufrechnen lassen können.

 

NACHFOLGEND EIN ÜBERBLICK ÜBER DIE VIELZAHL AN MÖGLICHEN PROJEKTEN:

 

Dach/ Fassade/ Keller dämmen Das Eigenheim warm einzupacken, ist die häufigste Maßnahme, die ein Energieberater als Erstes empfiehlt: die richtige Dämmung ist beim Energiesparen das zentrale Element und der Schlüssel zu einem nachhaltigen und einsparenden Dasein. Durch fachgerechte Installationen auf dem Dach, an der Fassade und im Keller lassen sich die Heizkosten insgesamt um bis zu 60 Prozent reduzieren. Um das allgemeine Erscheinungsbild der eigenen vier Wände zu erhalten, gibt es unterschiedliche Varianten der Dämmung. Gebäude mit einer Klinkerfassade und doppelt gemauerten Wänden bieten oftmals die Option, die Dämmung in Zwischenräume einbauen zu lassen - damit wird der Charakter des Hauses nicht verändert. Wer auf Äußerlichkeiten keinen großen Wert legt, ist mit einem üblichen Wärmedämm-System, das auf die Außenwand angebracht wird, bestens beraten. Die durchschnittliche Amortisationszeit der kompletten Dämmung kann sich auf bis zu 18 Jahre belaufen.

 

Fenster erneuern Bei alten, einfach verglasten Fenstern lohnt sich die Aufrüstung auf zweifach verglaste Modelle im jeden Fall, da sich auch die Fenstertechnik in den vergangen Jahren revolutioniert und weiterentwickelt hat. Zeitgemäße Wärmedämmfenster halten dank ihrer guten Dämmwirkung die Wärme zuverlässig im Raum. Dreifach verglaste Fenster mit hochdämmenden Rahmen empfehlen sich vor allem für modern gedämmte Gebäude, um wirklich effektiv zu arbeiten: im Vergleich zur Einfachverglasung sparen die neuen Fenster umgerechnet 4 bis 5 Liter Heizöl pro Quadratmeter Fensterfläche ein. In der Anschaffung und im Einbau belaufen sich die Kosten pro Fenster auf 500 bis 1.000 Euro. Insgesamt reduziert sich der Heizwärmebedarf eines Hauses erheblich durch neue Fenster und die verbesserte Außendämmung.

 

Wer vor Großprojekten nicht zurückschreckt kann die Dämmung und Fenster gleichzeitig austauschen und aufrüsten: Neben dem gesteigerten Effekt beim Energiesparen können die Fenster so direkt in die Dämmung mit eingebunden werden. Damit werden Kältebrücken bereits im Vorfeld vermieden und das Risiko für spätere Schäden durch Feuchtigkeit verringert. Bei Fenstern und Haustüren muss nicht unbedingt Schluss sein mit der Modernisierung: bei der Dämmung können beispielsweise bereits Vorrichtungen für eine spätere Automation der Fenster – automatische Rollläden, Fensteröffnungs- oder Belüftungssysteme - eingebaut werden.

 

Heizung modernisieren Nach ausführlicher Auseinandersetzung mit der Dämmung des Eigenheims lohnt sich ein Blick in die verschiedenen alternativen Heizsysteme. Hier wird oft kleiner dimensioniert und ganz im Sinne der Energiewende bei erneuerbaren Energien angesetzt. Sowohl der Austausch bei klassischen Heizsystemen wie Öl oder Gas, als auch erneuerbare Rohstoffe, Wärmepumpen oder Blockheizkraftwerke versprechen ein hohes Einsparpotential.

 

Solarwärme nutzen Solarthermie, Photovoltaik, Pelletheizung oder gar Erdwärme – heute gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, regenerative Energiequellen zu nutzen. Insbesondere eine Solaranlage lässt sich bei der Modernisierung der Heizungsanlage verhältnismäßig problemlos integrieren. Solarkollektoren, die Sonnenenergie in Wärme umwandeln und somit zur Warmwasserbereitung genutzt werden können, entlasten die Zentralheizung und können die Heizkosten um bis zu 20 Prozent senken. Eine neue Anlage beläuft sich im Gesamtumfang zwischen 4.500 und 8.000 Euro - in der Regel amortisiert sich die Investition nach 10 bis 15 Jahren.

 

Auch im Bereich Smart Living, die im herkömmlichen Sinn zwar keine Modernisierungsmaßnahme ist, aber dennoch den Weg in ein energetisches und modernes Wohnen pflastern, können einsparende Installationen nachträglich aufgerüstet werden, beispielsweise energiesparende, alltagserleichternde Gerätschaften für Haushalt, Garten oder Sicherheit. Der Einsatz von energiesparenden Hausgeräten ist zwar auf der Prioritätenliste nicht an erster Stelle, andererseits aber ein vergleichsweise einfacher und weniger großer Schritt, wenn es darum geht, sein Haus energetisch zu sanieren.

 

Wann und wie anfangen? Diese allgemeinen Modernisierungsmaßnahmen stehen nach gewissen Zeitabständen an

 

Um einen groben Fahrplan zu haben, wann welche Handgriffe und größeren Arbeiten anstehen, sind folgende Richtlinien eine Hilfe in der Zeiteinteilung. Um sich vorsichtig an größere Modernisierungsmaßnahmen wie zum Beispiel Fenster, Heizkörper oder Bäder heranzutasten, kann zunächst mit kleineren „Do it yourself “- Aktionen begonnen werden, um das Eigenheim wieder in Schuss zu bringen. Dazu lohnt sich ein Blick auf die Einrichtungstrends für das nächste Jahr: natürliche und nachhaltige Materialien wie Holz, Kork oder Filz werten optisch und ökologisch das Zuhause auf. Zudem besitzt insbesondere Kork eine schalldämmende Funktion und eignet sich als Akustik-Element in hallenden Wohnräumen.

 

Nach 5 Jahren… … stehen meistens die ersten kleinen Schönheitsreparaturen auf dem Plan. Tapezieren oder Streichen der ein oder anderen Wand lässt sich nicht vermeiden. Hier kann entweder selbst zu Eimer und Farbe gegriffen werden, je nach Umfang aber auch ein professioneller Maler engagiert werden.

 

… nach den ersten Jahren des Einlebens kommt ebenfalls langsam die Zeit für ein bisschen Abwechslung: individuelle Wandgestaltung zum Beispiel. Ob Holzverkleidungen oder moderne Wandpaneelen - je nach Umsetzung kann hier ab bereits 100 Euro bereits viel verändert werden.

 

… könnte auch der richtige Zeitpunkt für eine zeitlose Investition wie zum Beispiel ein Kamin sein. Aufwändige Kernbohrungen lassen sich heutzutage vermeiden, indem ein Edelstahlohr entlang der Fassade angebracht wird. Kostenpunkt hierfür: Rund 5.000 Euro. Der Kaminofen muss dann nur noch vom Schornsteinfeger abgenommen werden - und das Eigenheim ist um ein knisterndes Kaminfeuer sowie ein wertvolles Heizelement reicher.

 

Nach 10 Jahren… … lohnt sich auch einmal ein Blick von außen: meist ist es nun an der Zeit für einen neuen Anstrich für die Hausfassade. Dabei können gleich auch loser Putz und etwaige Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden. Bei einem Einfamilienhaus muss man hier durchschnittlich mit 4.000 Euro rechnen.

 

Nach 10 bis 15 Jahren… … ist spätestens das Thema energieeffizientes Heizen ein Punkt auf der To-Do-Liste. Hier stehen diverse Möglichkeiten zur Verfügung: zum einen lohnt es sich, erneuerbare Energiequellen wie Solarzellen genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch andere Systeme wie Wärmepumpen, Holzheizungen oder Blockheizkraftwerke bieten Vorteile gegenüber älteren Heizsystemen. Generell sollten in diesem Zeitraum auf jeden Fall die alten Geräte ausgetauscht werden. Zum anderen ist auch der Austausch von alten Heizkörpern ratsam - sowohl aus energetischen, als auch aus optischen Gründen.

 

Nach 15 bis 20 Jahren… … stehen nun eventuelle großräumigere Umbaumaßnahmen auf dem Plan. Bädersanierungen oder Terrassenerneuerungen - sowohl die Armaturen in den sanitären Anlagen, als auch die Holzbretter der Terrasse sind nicht für die Ewigkeit konstruiert.

 

Wie finanzieren? - Modernisierungen werden bezahlbar durch Fördergelder oder Kredite

 

Die Kosten, die bei einer Modernisierung auf die Eigentümer zukommen, schrecken viele bereits von vorne herein ab. Die Vielzahl an Fördermöglichkeiten für unterschiedliche und variierend große Maßnahmen eröffnen jedoch neue Perspektiven in der Finanzierung der Modernisierung.

 

Bevor die ersten Schritte in Richtung modernes Zuhause eingeleitet werden, steht zunächst eine Bestandsaufnahme auf dem Programm: Wo verliert das Haus zu viel Wärme? An welchen Stellen lässt sich Energie einsparen? Welche Arbeiten sind dazu notwendig? Dafür ist eine Expertenmeinung von sogenannten Energieberatern ratsam - die Vor-Ort-Energieberatung kann über Zuschüsse in Höhe von bis zu 300 Euro des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert werden. Auch das Umrüsten auf erneuerbare Energien - ob Solaranlagen, Kesselumrüstung auf Brennwerttechnik oder der Einsatz von Wärmepumpen - stößt hier zumeist auf passende Fördermöglichkeiten. Zudem fördern die einzelnen Bundesländer aktiv Umbaumaßnahmen, insbesondere bei Altbauten - je nach Land können die geförderten Maßnahmen allerdings sehr unterschiedlich ausfallen.

 

Steht der Modernisierungsplan erst einmal, wird das Thema Finanzierung konkreter. Viele bauliche Veränderungen können über Förderprogramme, etwa zinsgünstige Darlehen im Programm „Energieeffizient Sanieren“ der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), finanziert werden. Die Gewährleistung kann allerdings nur geltend gemacht werden, wenn die Förderanträge vor Beginn der Baumaßnahmen eingereicht wurden. Allgemein schadet es nicht bei geplanten Veränderungen am Haus einen Blick auf die Angebote der KfW zu werfen, da nahezu jede bauliche Maßnahme durch passende Förderprogramme finanziert werden kann - vom altersgerechten Umbau bis zu Einzelmaßnahmen wie Dämmung der Kellerdecke. Bei einer Finanzierung ab 50.000 Euro eignen sich auch die Programme der BHW Bausparkasse: Beispielsweise WohnBausparen Plus, bei welchem die monatlichen Tilgungsraten frei wählbar sind.

 

Seit 2003 fördert auch die Deutsche Energie Agentur (dena) mit Modellprojekten den Umbau von Altbauten in Niedrig- Energiehäusern. Wer sein Haus energetisch sanieren möchte, kann sich vorher beim jeweils gültigen Modellvorhaben anmelden und mit günstigen Krediten und Tilgungszuschüssen seine Wohnräume dementsprechend auf- und ausrüsten.

 

Bei kleineren Maßnahmen oder der Durchführung der Modernisierung ohne Förderprogramme kann man bei der Einkommensteuererklärung Handwerkerrechnungen in Höhe von bis zu 1.200 Euro jährlich absetzen. Allerdings bezieht sich diese Summe auf die reinen Lohnkosten, nicht jedoch auf den Materialanteil. Außerdem dürfen von den Lohnkosten insgesamt lediglich 20 Prozent abgesetzt werden.

 

So kann Schritt für Schritt das Haus zukunftssicher und kostengünstig modernisieret werden – und quasi nebenbei der Wohnkomfort gehoben werden. Ein Eigenheim ist und bleibt ein Projekt, in das es sich zu jedem Zeitpunkt lohnt zu investieren. Wichtig dabei ist vor allem die richtige Planung: eine genaue Auflistung der anstehenden Veränderungen oder Erneuerungen gibt Aufschluss über dringende und aufschiebbare Maßnahmen und hilft beim Aufstellen der Finanzierung. Ob kleinere Auswechslungen oder große, grundlegende Veränderungen - schon wenige, kleine Schritte bedeuten einen Fortschritt in Sachen modernes Wohnen.

 

Autorin: Jessica Schmucker

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