Innen größer als außen – Platz ist in der kleinsten Hütte

Hinter kompaktem Wohnraum stecken effiziente Grundrisse. Quelle: HAAS Architekten BDA/Dirk Altenkirch/BHW Bausparkasse
Hinter kompaktem Wohnraum stecken effiziente Grundrisse. Quelle: HAAS Architekten BDA/Dirk Altenkirch/BHW Bausparkasse

Die durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche von heute beträgt 44 Quadratmeter. Sie könnte im Jahr 2030 auf bis zu 48,5 Quadratmeter angestiegen sein, erwartet das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Wunderbare Zeiten, so möchte man denken. Doch das Gesamtbild ist uneinheitlich: Auf dem Land grassiert vielerorts der Leerstand. In den Städten, wo Wohnraum knapp und Energie teuer ist, werden sie kleiner. Großstädte wie Berlin und Köln melden permanent sinkende Pro-Kopf-Wohnflächen. Clevere Grundrisse weisen neue Wege und machen aus der Not eine intelligente Tugend.

In den Metropolen entspricht der Neubau dem wachsenden Bedarf an Wohnfläche nicht. Neu errichtete Wohnungen in Hamburg werden heute im Schnitt ungefähr 18 Prozent kleiner ausgelegt als noch im Jahr 2008. "Mieter wie Kaufinteressenten suchen verstärkt im Segment der kleinen, weil günstigen Wohnungen", beobachtet Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse. "Gefragt sind effiziente Grundrisse, die hohe Wohnqualität trotz des knappen Raumangebots gewährleisten können."

 

Flexibel bleiben

 

"Wohnraum in den Städten muss heute bezahlbar bleiben und sollte sich verändernden Lebensumständen variabel anpassen können", sagt Dipl.-Ing. Barbara Schlesinger von der Bundes­architektenkammer. "Das funktioniert zum Beispiel, wenn sich Wohnungen einfach zusammenlegen und wieder trennen lassen." Alleinlebende Senioren könnten dann Teile ihrer zu groß gewordenen Wohnung abgeben, ohne Abstriche am Wohnkomfort zu befürchten. Junge Familien übernehmen den frei gewordenen Bereich als eigenständige Wohnung. "Flexible Module sind ein vielversprechender Ansatz für modernes urbanes Wohnen", findet BHW Expertin Binder. Wie die bauliche Umsetzung dieser neuen Wohnkonzepte in der Praxis aussehen kann, loten Architekten derzeit aus.

 

Quelle: Postbank

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