Marktmeinung aus Stuttgart: Weichende Angst

 Im letzten Monat ist die Inflationsrate leicht in den negativen Bereich (-0,20 Prozent) gefallen; das scheint dem Euro jedoch egal zu sein, denn der befindet sich im Aufwärtstrend. Foto: Fotolia.com
Im letzten Monat ist die Inflationsrate leicht in den negativen Bereich (-0,20 Prozent) gefallen; das scheint dem Euro jedoch egal zu sein, denn der befindet sich im Aufwärtstrend. Foto: Fotolia.com
Der Euro steigt wieder. Eigentlich erstaun-lich, denn am morgigen Donnerstag wird erwartet, dass der EZB-Präsident die große Wundertüte auspackt und einen ganzen Blumenstrauß an geldpolitischen Maßnahmen verkünden wird. Ziel dabei ist es, die Kreditgewährung im Euroraum und damit die wirtschaftliche Entwicklung und die Inflationsrate anzukurbeln. Ob dies hilft, bleibt fraglich, denn die EZB ist diesem Ziel mit den letzten von ihr verkündeten Maßnahmen auch nicht besonders näher gekommen.

Nun könnte der EZB ein Umstand zu Hilfe kommen, der die morgen zu verkündenden Maßnahmen flankieren könnte. Die Normalisierung an den internationalen Finanzmärkten führt auch dazu, dass sich der Ölpreis von seinen absoluten Tiefs lösen kann. Und sofort sind auch entsprechende Erklärungen verfügbar, die diese Entwicklung als dauerhaft einstufen. Diese reichen von Schließungen von derzeit unrentablen Bohrlöchern und Ölfeldern, die das Angebot verknappen, bis hin zu ausreichend stabiler Nachfrage in den nächsten Jahren. Die Angst vor einer „Weltrezession“, die generell eher irrational geprägt war, scheint zu weichen.

 

Eigentlich gute Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Erholungstendenzen an den internationalen Finanzmärkten, wären da nicht die extrem hohen Erwartungen an die EZB-Maßnahmen. Ob diese so umfangreich ausfallen, wie manchen Ankündigungen zu entnehmen war, scheint fraglich. Insbesondere da nun der Druck dem Finanzmarktkessel etwas entwichen ist, kann sich die EZB wohl eher zurücknehmen. In Verbindung mit leicht nachgebenden Stimmungsindikatoren der europäischen und deutschen Wirtschaft und andauernden chinesischen Konjunkturproblemen könnte sich hier Enttäuschungs-potential für die Aktienmärkte aufbauen. Es ist zu wünschen, dass sich die EZB noch ein bisschen mehr als die Erhöhung des Volumens monatlicher Anleihekäufe und eine weitere Absenkung des negativen Einlagenzinses für Banken einfallen lässt. Allein diese beiden Maßnahmen dürften den Marktteilnehmern nicht genügen. Übererfüllt die EZB die Erwartungen, dürften die Aktienmärkte ihre Schwächephase erst einmal überwunden haben. (Quelle: Ellwanger & Geiger KG) 


Anmerkung: Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapier-handelsgesetzes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.

 

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