Bauabnahme: Nicht ohne einen Sachverständigen

So lässt sich die letzte Hürde auf dem Weg ins Eigenheim sicher nehmen. Foto: Fotolia.com
So lässt sich die letzte Hürde auf dem Weg ins Eigenheim sicher nehmen. Foto: Fotolia.com

Wenn der Bau des Eigenheims endlich fertig ist, kann es vielen Bauherren mit dem Einzugstermin gar nicht schnell genug gehen. Doch Vorsicht: Vor der Schlüsselübergabe steht die Bauab-nahme als letzte Hürde auf dem Weg in die eigenen vier Wände. "Ihre zahlreichen rechtlichen Wirkungen dürfen Bauherren nicht unterschätzen", warnt Mario van Suntum, Vertrauensanwalt beim Bau-herren-Schutzbund e.V. (BSB).  

Abnahme bereits im Bauvertrag regeln 

Bereits im Bauvertrag sollte das Procedere der Abnahme verbindlich geregelt sein, so van Suntum. Denn manche Unternehmen versuchen durch Klauseln im Bauvertrag die Abnahme vorzuverlegen, zu ihren Gunsten zu vereinfachen oder zu fingieren. Solche Klauseln benachteiligen Verbraucher und schränken ihre Rechte ein. Klärung bringt eine Vertragsprüfung vor Unterzeichnung, beispielsweise durch einen Vertrauensanwalt des BSB. Wegen des hohen rechtlichen Risikos wird die Vereinbarung einer förmlichen Abnahme mit Objektbesichtigung und einer schriftlichen Abnahmeerklärung empfohlen. 

Baubegleitende Qualitätskontrolle hilft Mängel rechtzeitig zu erkennen 

 

Eine baubegleitende Qualitätskontrolle hilft dabei, Mängel zu vermeiden, die im Rahmen einer Schlussabnahme bereits überbaut und daher nicht mehr zu erkennen sind. Bei der Abnahme selbst empfiehlt es sich, einen kundigen Sachverständigen, zum Beispiel einen unabhängigen Bauherrenberater hinzuzuziehen. In das Abnahmeprotokoll gehören alle festgestellten Mängel zusammen mit Fristen zu ihrer Behebung. 

 

Folgen der Abnahme vor allem für den Bauunternehmer günstig 

Die Folgen der erfolgreichen Bauabnahme seien vor allem für den Bauunternehmer günstig, warnt van Suntum. So beginnt die fünfjährige Gewährleistungsfrist zu laufen und der Unternehmer kann seine Schlussrechnung stellen. Gleichzeitig geht das Risiko der Zerstörung oder Beschädigung an den Bauherrn über. Und ab diesem Datum muss der Bauherr bei später auftauchenden Mängeln nachweisen, dass für diese der Bauunternehmer verantwortlich ist - bis zur Abnahme ist die Beweislage umgekehrt. "Bereiten Sie die Schlussabnahme gründlich vor und führen Sie acht bis zehn Tage vor dem Termin eine Vorbegehung zusammen mit einem unabhängigen Bauherrenberater oder Bausachverständigen durch", empfiehlt van Suntum. (Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V.)

 


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